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18.10.2018 :: English :: Druckversion
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Tsunami-Szenariendatenbank

Im Warnfall bleiben nur wenige Minuten für die Entscheidung, ob und wo die Küstenbevölkerung evakuiert werden sollte, denn die potenziellen Erdbebenzonen liegen dicht vor den indonesischen Küstenlinien. Der verheerende Tsunami von 2004 hat die indonesische Provinz Banda Aceh nur 15 Minuten nach der Anregung (dem Initialereignis des Bebens) erreicht.

Daher wurde in GITEWS eine Tsunami-Szenariendatenbank mit 4.400 im Quellmodell erzeugten Anregungen für den Sundagraben erstellt und für jedes Szenario die wichtigsten Werte extrahiert:  Einerseits die zugehörigen Bebenparameter Magnitude, Epizentrum und Verschiebung an den GPS-Lokationen, andererseits Werte zur Tsunami-Ausbreitung wie maximale Wellenhöhe, Ankunftszeit und virtuelle Pegeldaten. So können im Warnfall in Sekundenschnelle die Messdaten der Sensorsysteme mit den virtuellen Daten der Szenarien abgeglichen und die zu erwartende Wellenhöhe und Ankunftszeit entlang der Küste ermittelt werden.
In den ersten Minuten nach einem tsunamigenen Beben können Epizentrum und Magnitude bestimmt werden. Dann werden alle passenden Szenarien der Simulation in der Umgebung des Epizentrums ausgewählt. Mit weiteren Messdaten, vor allem von GPS-Stationen, wird dann die Zahl der möglichen Szenarien eingeschränkt und die wahrscheinlichsten dienen dann zur Frühwarnung.

Mögliche Szenarien einer Tsunamiausbreitung um eine Anregung (ein Initialbeben).