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PROTECTS

24.10.2014 :: English :: Druckversion
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Stärkung der lokalen Organisation zu Warnung und Katastrophenschutz

Ein Frühwarnsystem muss unter der Berücksichtigung der lokalen Strukturen, Akteure und Kapazitäten entwickelt werden, denn dort sitzen die Empfänger der Warnmeldung. Die Behörden und die betroffene Bevölkerung müssen auf den Katastrophenfall vorbereitet sein und die Warnmeldung verstehen und angemessen reagieren.

In Indonesien kommt der lokalen Ebene durch den Dezentralisierungs- und Demokratisierungsprozess, in dem sich das Land seit 1999 massiv befindet, auch bei der Durchführung des Tsunami-Frühwarnsystems eine bedeutende Rolle zu. Im Zuge der zunehmenden Autonomie der Regionen erhalten die Landkreise und Städte immer mehr Kompetenzen und Verantwortung auch im Bereich des Katastrophenschutzes und der –vorsorge. Der Landrat/Bürgermeister hat im Katastrophenfall die letztendliche Entscheidungsgewalt, ob im Falle einer Warnmeldung zum Beispiel evakuiert wird oder nicht. Auch die langfristige und nachhaltige Ressourcenverteilung und die Sicherheit der Bürger sind einer der Hauptaufgaben einer lokalen Verwaltung. Die resolute Dezentralisierung ist einerseits förderlich für ein lokal angepasstes Katastrophenmanagement und dadurch auch förderlich für eine schnelle Umsetzung einer Frühwarnmeldung, andererseits ist es fraglich, ob die lokalen Strukturen und Kapazitäten für ein effektives, institutionenübergreifendes, interdisziplinäres Katastrophenmanagement vorhanden sind.

Die Situations- und Institutionenanalyse hat gezeigt, dass die lokalen Akteure bisher kaum systematisch in das Frühwarnsystem einbezogen sind. Notfallpläne existieren nicht, Kommunikationsinfrastruktur zur Weitergabe der Warnmeldung ist kaum vorhanden und Verantwortlichkeiten zur Reaktion bei einer Warnmeldung sind unzureichend geregelt. Lokale Initiativen sind vorhanden aber vereinzelt und wenig mit den nationalen oder provinzialen Strukturen kompatibel.

Auch bestehen in Indonesien noch sehr unklare Zuständigkeiten, Funktionen und Rollen im Bereich Frühwarnung und Disaster Preparedness zwischen der Nationalen, der Provinz- und der Distriktverwaltung auf der einen sowie der verschieden sektoralen Behörden auf der anderen Seite.
Der methodische Ansatz der Teilkomponente wird daher darauf ausgerichtet mit Hilfe einer entsandten Fachkraft der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) den Klärungsprozess einzuleiten und zu moderieren. Instrumente der Vorbereitungsplanung (Evakuierungsplanung, Logistikplanung) und lokaler Warnsysteme (Radio Devices, Sirenen, traditionelle Systeme) sollen entwickelt und in den drei Pilotregionen etabliert werden. Für die nationale Eben sollen auf der Basis dieser Erfahrungen in den Pilotregionen Verfahrensvorschläge entwickelt und diskutiert werden.

Ziel ist es daher durch intensive Beratungsprozesse vor Ort in drei Pilotregionen allgemeingültige Verfahren, Mechanismen und Rollenbeschreibungen zur Warnmeldung und Vorbereitungsplanung (Warn- und Reaktionskette) auf der lokalen Ebene zu entwickeln und in die nationalen Überlegungen einfließen zu lassen. Dabei geht es insbesondere auch um die Klärung der Warnkette zwischen dem nationalen und regionalen Warnzentrum und den lokalen Akteuren.